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Fohlenauktion maishofen 2011

Fohlen für den Schlachter !

Die diesjährige letzte Fohlenauktion in Maishofen kostet wieder vielen kleinen Fohlen und Pferden das Leben. Tiere, die bisher keinen neuen Besitzer gefunden haben, werden hier zusammengetrieben, um für ein paar Euros an die Schlachtbetriebe verkauft zu werden. Um wenigstens ein paar Tieren dies zu ersparen, fuhren Wolfgang Stephanow und Rene Plamper zur Fohlenauktion nach Maishofen in Österreich. Was sie dort sahen und erlebten lesen Sie in dem folgenden Reisebericht.

Maishofen - Österreich im Oktober 2011
Wie jedes Jahr brach ich Ende Oktober nach Österreich/Maishofen auf. Dank der Unterstützung vieler Tierfreunde waren wir in der Lagewieder ein paar Fohlen den grausamen Tod im Schlachthof zu ersparen. So fuhren wir Richtung Österreich/Maishofen. Am 25.10.fand hier, wie jedes Jahr, die letzte große Versteigerung statt. Über 200 Fohlen sowie viele ausgewachsene Pferde wurden hier letztmalig zum Kauf angeboten. Das bedeutet, dass diese Pferde in den vorangegangenen zwei Versteigerungen keinen Zuschlag bekommen haben, nun an diesem kalten, eisigen Morgen hier standen, um ihre letzte Reise anzutreten. Wir waren schon einen Tag früher angereist, und mussten am frühen Morgen des Tages vor der eigentlichen Pferdeauktion beobachten, wie ein sichtlich gereizter  Bauer, kleine Kälber die Laderampe herunter warf. In einem Pferdetransporter hatte er 10 kleine Kälber gesperrt, und da diese freiwillig nicht heraus wollten, griff er sie und schleuderte sie brutal die Rampe herunter. An diesem Tag wurde mir wieder einmal bewusst, wie wenig manchen Menschen ein Lebewesen bedeutet. Auf unseren Protest und unsere Schreie reagierte er nicht, er entlud auf seine Weise die Ware weiter. Kälber, die an demselben Tag, in einem Sammeltransport ,mit vielen anderen Leidesgenossen in die Schweiz transportiert wurden um dort als Kalbfleisch zu enden.

Am nächsten Morgen es war 4 Uhr, ich konnte nicht mehr schlafen, habe ich das am Auktionsgelände liegende Hotel verlassen, um zu schauen ob die italienischen Schlachtfohlenaufkäufer schon da waren. Es war noch sehr still auf dem Gelände. Nur ein paar Kälber die von der gestrigen Auktion übrig geblieben waren, brüllten nach ihren Müttern. Eine tödliche Stille, denn auch diese Kälber würden nicht mehr lange leben. Gegen 7.30 Uhr, wie auf ein Zeichen hin, ging es dann Schlag auf Schlag. Die ersten LKWs rollten in Richtung Versteigerungsgelände. Viele italienische  und österreichische Aufkäufer platzierten ihre LKWs vor den Rampen der Verladeplätze des Versteigerungsgeländes. Genau zu diesem Zeitpunkt kamen auch die ersten Verkäufer an. Sie brachten ihre Fohlen aus ganz Österreich hierher. In den vielen Gesprächen die ich im Laufe des Tages mit den Verkäufern führte, hörte ich immer wieder: Geboren im April 2011 . Gedanklich ergänzte ich die Aussage: und nun der letzte Weg zum Schlachter . Die Viehhändler sind eine eingeschworene Gruppe. Sie stehen beisammen, trinken, lachen, rauchen und bereiten sich auf die Auktion vor. Ich kann bis heute nicht verstehen, wie ein Bauer ein kleines Fohlen, welches er vielleicht sogar mit der Hand aufzog, dieses nur ein paar Monate später einem Schlachtaufkäufer übergibt. Während ich diesem Gedanken folgte, fiel mein Blich auf eine junge sympathisch aussehende Frau. Sie übergab gerade ihre beiden erwachsenen, 7 Jahre alten Pferde, dem Schlachter.

Haben diese Menschen keine Gefühle mehr für ihre Mitgeschöpfe oder zählt ein Leben nichts mehr? Die Auktion begann. Nummer um Nummer, ein Tier nach dem nächsten wurde in die Versteigerungshalle geführt. Die Schlachter versorgten sich mit ihrer Ware. An diesem 25ten Oktober wurden leider nur sehr wenige Tiere von Privatleuten oder Tierschützern ersteigert und dürfen so weiter leben. Heute, während ich diesen Bericht schreibe, leben die meisten der Tiere wohl nicht mehr.

Das Tierschutzprojekt Ungarn konnte auch dieses Jahr, gemeinsam mit einigen Tierschutzfreunden, zu denen auch  Tierverbunden.at gehört,  einige dieser armen Geschöpfe freikaufen. Diese Seelen werden weiter leben. Ich habe mir das Ziel gesetzt, zukünftig gegen die Fohlenzucht für den Schlachthof zu kämpfen. In den nächsten Wochen wird es Gespräche mit dem Landeszuchtverband Salzburg geben. Ich versuche dieses unendliche Elend irgendwann zu stoppen. heute noch sehe ich die Bilder der Fohlen vor mir. Sehe wie sie am Abend der Auktion verladen werde. Höre ihre schrillen Schreie, ihr lautes Wiehern nach den Müttern denen sie entrissen wurden. In Gedanken  sehe ich die armen Geschöpfe auf ihrem Weg in den baldigen Tod, in einem Schlachthof, irgendwo in Italien. Wie grausam und gefühlskalt können Menschen sein? Ich möchte allen Unterstützern des Tierschutzprojektes Ungarn und P.A.N. für ihre Unterstützung dieser Rettungsaktion herzlich danken. Sie ermöglichten es, dass wir diese kleinen Geschöpfe freikaufen konnten, und dass sie nun ein langes, schönes Leben vor sich haben. Danke sage ich auch der Bestsellerautorin Gaby Hauptmann.
 

Sie unterstützt das Tierschutzprojekt Ungarn e.V und war auch auf dieser Auktion in Maishofen anwesend. Sie hat weitere  zwei arme Seelen freigekauft. Liebe Gaby, ich danke dir für deinen großen Einsatz. Mein ganz besonderer Dank gilt meiner lieben Freundin Lisa Albrecht. Sie kämpft täglich in Österreich für das Leben der Fohlen. Ohne ihre Hilfe hätten auch wir nicht helfen können. Weiterhin danke ich all denen die diese Rettungsaktion erst ermöglicht haben. Ich hoffe, dass wir mit Ihrer Unterstützung auch in den nächsten Jahren den Schlachtfohlen aus Maishofen helfen können.

Begleitet wurde diese Aktion auch diesmal von einem Kamerateam der ARD. Wir versuchen diesen Filmbeitrag nach dessen Ausstrahlung auf unserer HP zu veröffentlichen.