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Besuch beim Henker in Brasov / Rumänien

Die Tragödie von Brasov

Bericht einer Tierschutzreise nach Rumänien
Rumänien gilt als das Armenhaus Europas – und dies zu Recht. Doch noch ärmer als die Menschen sind die Tiere des ehemaligen Ostblockstaates. Ihretwegen hatten wir die Reise angetreten. Am 8. August 2009, einem Samstag, landete unsere kleine Delegation mit dem Flugzeug in Bukarest. Von dort fuhren wir in das ca. 160 km entfernte Brasov, eine Stadt mit ca. 100.000 Einwohnern. Erschütternde Bilder erwarteten uns schon auf den Straßen von Bukarest: Hunderte von Straßenhunden, halb verhungert bis auf das Skelett abgemagert, unterwegs auf der Suche nach dem kaum vorhandenen Futter. Und natürlich sahen wir auch die, die es nicht mehr geschafft hatten, den rasenden Autos auszuweichen. Zahllos lagen sie, verkrümmt, verstümmelt und zerfetzt von Autoreifen, am Wegesrand.
Hintergrund der Reise war ein Hilferuf rumänischer Tierschützer, die von dem grausamen Hundemord in ihrer Stadt Brasov berichteten. Begleitet wurde ich bei dieser Aktion von Frau Maja, Prinzessin von Hohenzollern.. Nachdem ich ihr von dem unendlichen Elend der dortigen Tiere berichtet hatte, sagte sie sofort zu. Unser gemeinsames Ziel: den Bürgermeister von Brasov vom weiteren Töten der Straßenhunde abzubringen. Nach 2,5 Stunden Fahrtzeit, vorbei an unendlich vielen lebenden und toten Streunern, kamen wir in Brasov an. Eine schöne Stadt voller historischer Bauwerke. Überall lasen wir auf großen Plakaten, dass die Europäische Union hier Fördermittel einsetzt, um denkmalgeschützte Häuser zu erhalten und die Infrastruktur auszubauen.
Doch das war nur die eine Seite der Medaille. Die andere: totgefahrene Hunde überall, Spaziergänger die achtlos an den leidenden, sterbenden Tieren vorbeigingen, Armut überall. Doch die Ärmsten der Armen – das sind die Tiere.

Empfangen wurden wir von Cristina Lapis, der Frau des französischen Honorarkonsuls in Brasov, die hier ihr eigenes Tierheim mit zurzeit über 500 Hunden sowie eine Bären- und Wolfsstation leitet. Unermüdlich kämpft sie täglich um das Überleben der ihr anvertrauten Tiere. Doch damit nicht genug. Ihre Organisation geht tagtäglich auf die Straßen, um dort nach verletzten Hunden und Katzen Ausschau zu halten, sie zu versorgen und gegebenenfalls einzufangen und zu kastrieren.

Das größte Problem in Brasov stellt jedoch der Bürgermeister dar, der unter anderem für die Hundefänger-/Tötungsanlage in Brasov verantwortlich ist.

Rumänien hat seit 2004!!!!! ein Tierschutzgesetz welches 2008 noch einmal überarbeitet wurde und zu den modernsten Tierschutzgesetzen Europas gehört. Es verbietet unter anderem das sinnlose Töten von Straßentieren und erlaubt nur in besonderen Fällen die Tötung von aggressiven oder sehr schwer kranken Tieren. Doch die Realität sieht anders aus. Nach Recherchen rumänischer Tierschützer wurden seit 2004 über 1 Million Hunde in Rumänien bestialisch ermordet. Und allein in Brasov wurden im Jahr 2008 ca. 9.000 Hunde auf Befehl des Bürgermeisters getötet. Dass es sich hier um einen kriminellen Akt handelt, interessiert niemanden. Ebenfalls interessiert es niemanden, dass der Bürgermeister im Jahr 2008 über 300.000 Euro für den Betrieb der Hundefänger-/Tötungsanlage erhalten hat – aber wofür? Seiner Meinung nach brauchen Hunde, die sowieso getötet werden, weder Futter noch Wasser. Und so weigert er sich einfach und konsequent, die eingefangenen Hunde zu versorgen. Wenn nicht Cristina Lapis mit ihrem Team täglich die Versorgung dieser Tiere übernehmen würde, müssten diese qualvoll verhungern und verdursten.

Wir waren angemeldet, als wir mit Prinzessin Maja von Hohenzollern die Hundefängeranlage offiziell besuchten. Der Leiter dieser Anlage, Flavius Barbulescu, war bereits mit seinen Schergen vor Ort und hatte „gesäubert“. Es verschlug uns die Sprache. Wir fanden ca. 160 Hunde vor: darunter kleine, zwei Wochen alte Welpen mit ihrer Mutter, die aufgrund ihrer Unterernährung keine Milch mehr geben konnte. Ausgemergelte Körper, die halb tot vor uns lagen. Die Anlage bestand aus vielen einzelnen Zwingern der Größe 3 x 4 m mit bis zu zehn Hunden je Einheit. Egal ob groß oder klein, jung oder alt, gesund oder krank – sie werden einfach zusammengepfercht. Ein Anblick, den ich und auch die Prinzessin wahrscheinlich niemals vergessen werden. So unendlich flehende, hungrige Augen starrten uns an und schienen uns um etwas Hilfe zu bitten. Und daneben ein süffisant lächelnder Henker, der immer wieder betonte, dass er hier ja nur seine Arbeit mache.

Ich sah die Tränen in den Augen der Prinzessin, und ich sah den Tod überall, in jedem einzelnen Zwinger. Eine unendliche Wut überkam mich und ich musste mich sehr beherrschen, um den dortigen Henkern nicht das Gleiche anzutun wie das, was sie ihren Schützlingen antaten. Nach Aussagen der Tierschützer wurden hier, natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit, vor einigen Wochen in nur einer Nacht annähernd 200 Hunde unter dem Vorwand getötet, dass sie krank seien. Doch keiner der Tierschützer bekam die Gelegenheit, dies zu überprüfen. Der Veterinär, der dies feststellte, ist ein Angestellter des Bürgermeisters, und nur der hat hier das Sagen. Für ihn bedeutet dieses qualvolle, grausame Elend bares Geld. Nicht genug damit, dass er die Hunde aus dem Stadtgebiet Brasov einfängt, nein, er hat Verträge mit den umliegenden Städten und Gemeinden geschlossen und bekommt von ihnen zusätzlich noch einmal Geld, um ihre Hunde einzufangen und zu töten. In den rumänischen Medien wurde das Hundemassaker als Holocaust bezeichnet. Das alles geschieht zwei Flugstunden von Deutschland entfernt in einem EU-Mitgliedsstaat, der unter anderem Fördermittel bezieht. Niemand außer den Tierschützern interessiert sich für diesen illegalen Massenmord an den Hunden Rumäniens. Auch von der Präsenz des Kamerateams der Produktionsfirma Eyeland Prod., ließen sich die Verantwortlichen nicht beeindrucken. Man erklärte uns, dass hier ordnungsgemäß gearbeitet würde und lächelte dabei in die Kamera. An diesem Tag konnten wir gemeinsam mit dem Team von Cristina Lapis 21 Hunde, davon einige Welpen, aus der Anlage retten und in das nahe gelegene Tierheim bringen. Doch den Rest von fast 140 Hunden mussten wir, traurig und tief erschüttert, zurücklassen. Die flehenden Gesichter, die unendlich traurigen Hundeaugen die mich ansahen… Ich werde es nie vergessen. Sie alle werden heute vermutlich nicht mehr leben. Eine unbeschreibliche Tragödie!

Der W. Stephanow und die Prinzessin verlangten eine Stellungnahme des herzlosen Bürgermeisters. Doch der hatte es vorgezogen, an dem vereinbarten Termin plötzlich zu verreisen. Und nun musste sein sichtlich genervter Stellvertreter im Rathaus ein Gespräch mit uns führen. Angesichts der Fernsehkameras und der Medienpräsenz machte er nach fast zwei Stunden Besprechung gequält einige Zugeständnisse. Demnach sollen die Verträge mit den umliegenden Gemeinden gekündigt werden, die lokalen und internationalen Tierschutzorganisationen Zugang zur Tötungsanlage erhalten und Kastrationsaktionen in Brasov künftig genehmigt werden. Die Tierschützer vor Ort werden diese Zusage dokumentieren und überwachen. Bei einer anberaumten Pressekonferenz am Nachmittag, die deutlich machte, dass es bei den rumänischen Medien großes Interesse für den Tierschutz gibt, wurden diese Themen ausführlich behandelt.

Ein Lichtblick an diesem Tag war der Besuch der Stadt Cristian in der Nähe Brasovs. Der dortige Bürgermeister weigert sich nämlich, die Hunde töten zu lassen . Wir besuchten das Ärzteteam unter der Leitung von Herrn Dr. Konstantin, welches hier zur Zeit Kastrationen von Straßenhunden durchführt, aber auch – nach Aufruf durch den Bürgermeister – die Hunde und Katzen der Einwohner Cristians kastriert und behandelt. Hier fanden wir in dem Bürgermeister einen einsichtigen Mann, dem Begriffe wie Würde und Ethik nicht fremd waren und der sich gegen den Massenmord an den Straßenhunden auflehnte. Nur die Kastration kann und wird das Problem der Straßenhunde Rumäniens lösen. Doch dafür ist die Hilfe der Verantwortlichen erforderlich. Die Kastration und das anschließende Aussetzen der Straßentiere an den gleichen Plätzen sind unabdingbar.Mit vielen Emotionen, Gefühlen, Ängsten und ein wenig Hoffnung verließen wir Rumänien über die traurigen hoffnunglosen Augen der todgeweihten Tiere werden und noch lange folgen und vergessen werden wir sie wohl nie.

Ganz besonderen Dank an die Prinzessin und ihren Protokollchef, Herrn Bertram, die ihre Heimreise nach Malaga mit zwei kleinen Tierheimhunden aus Brasov antraten. Dank dem Kamerateam der ARD für die Geduld und Ausdauer, all das zu filmen, was sonst niemand zu sehen bekommt, den Tierschützern vor Ort und ganz besonders Cristina Lapis, die jeden Tag kleine Wunder für ihre Tiere vollbringt.

Ihr Wolfgang Stephanow

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