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Bilder einer Kastrationsaktion

Ein Fotobericht über die Kastrations- und Fortbildungsaktion im Juli 2008

Juli 2008.
Ich bin mir sicher, müssten die Tiere von Szekesfehervar an der Grenze zu Ungarn uns eine Einreisegenehmigung erteilen, würden sie es nicht tun. Zu tief haben wir, gemeinsam mit den Tierärzten , einen Einschnitt in die Bevölkerungspolitik der Hundewelt vorgenommen. 169 Tiere sind nun nicht mehr in der Lage für weitere Nachkommen zu sorgen. Demzufolge werden unzählige Welpen nicht mehr geboren. Viele Hundeehen werden wohl kinderlos bleiben. Aber da es viele Hunden in Ungarn nicht besonders gut haben, können wir als Menschen und Tierschützer damit ganz gut leben. Vielen Welpen wird das Schicksal als Kettenhund zu enden erspart bleiben. Vielen Welpen wird eine grausame Tötung durch Menschenhand in einer Tötungsanlage erspart bleiben. Und vielleicht werden es irgendwann auch die Hunde verstehen. Vorsichtshalber möchten wir uns an dieser Stelle bei der Hundewelt entschuldigen.

Dieser Fotobericht soll ihnen einen kleinen Einblick über die intensive Arbeit des Kastrationsteam im ungarischen Tierheim Szekesfehervar geben. Schauen Sie den Tierärzten bei der Arbeit einmal über die Schulter.

Vorab möchten wir Ihnen vorstellen:

Dr. Ines Leeuw Dr. Monika Leitner Dr. Thomas Busch

Direkt nach der Anreise begannen in die Tierärzte mit ihrer Arbeit. Schon im Vorfeld wurde geklärt, welche Gerätschaften sie für diese Aktion benötigten. Glücklicherweise sind wir in der Lage einen entsprechenden Operationsraum zur Verfügung stellen zu können. Ebenfalls verfügt unsere kleine Tierklinik über die notwendigen Geräte zur Desinfektion und Sterilisation der Operationsbestecke. Insgesamt sollten damit gute Voraussetzungen für den Ablauf der Aktion geschaffen sein. Unsere kleine Tierklinik sollte von nun an für eine Woche, zumindest aus der Sicht der Hundewelt, der Ort des Grauens werden. Das Ärzteteam, bestehend aus drei Tierärzten, möchte möglichst den gesamten fortpflanzungsfähigen Hunde- und Katzenbestand im Tierheim Szekesfehervar kastrierten.Durch die Tierheimleitung wurde im Vorfeld natürlich ein entsprechender Plan ausgearbeitet und entsprechend viele Helfer wurden für diese Aktion organisiert.

Vor der Arbeit drücken konnte und wollte sich niemand. Unser Helfer René wurde direkt als Operationsassistent eingewiesen. Als erfahrener ausgebildeter Tierpfleger war ihm die Vorgehensweise bei Kastrationen natürlich nicht ganz unbekannt. Aber nur selten wurde er in Deutschland direkt in das Geschehen eingebunden. Das sollte sich heute und hier schnell ändern. Nach kurzer Einweisung durch den Tierarzt Dr. Busch war René Plamper sozusagen die erste Station eines jeden Hundes auf dem Weg zu seiner Unfruchtbarkeit. René bereitete das Operationsfeld und die Narkose der Hunde vor. (Er war so im Stress, dass noch nicht einmal die Zeit blieb die Toilettentür zu schließen).

Und so nahm das Schicksal für die Hunde und die Katzen seinen Lauf. Nach und nach wurden die einzelnen Hunde in den Klinikcontainer gebracht. Meistens operierten zwei Tierärzte gleichzeitig. Das Besondere an dieser Aktion war, dass sie gleichzeitig eine Fortbildungsveranstaltung für ungarische Tierärzte war. Die erfahrenen deutschen Tierärzte zeigten den interessierten ungarischen Kollegen die die neueste Operationstechniken in Sachen Kastration.

Die Zahlen sprechen für sich. Schon am ersten Tag wurden über 30 Tiere kastriert. Das Kastrationsteam gab sein Bestes. Von frühmorgens bis zum späten Abend kastrierte das Team was das Zeug hielt. (Wohlgemeinte Anweisung aus Deutschland an unsere männlichen Helfer: Wenn die Ärzte richtig im Schwung sind - haltet Abstand von dem umherwirbelden Skalpell - sonst .......)
Spass bei Seite. Es ist unglaublich zu sehen wie sicher und schnell diese erfahrenen Tierärzte operieren. Jeder Handgriff sitzt. Unglaublich woher die Ärzte die Energie für die hohe Konzentration über viele Stunden nehmen. Alle Achtung !!!

Das Kastrationsteam machte keinen Unterschied zwischen männlich und weiblich. Ebenfalls war es völlig egal, ob das zu kastrierende Tier groß oder klein war. Neben der Kastration, wurde natürlich auch jedes Tier untersucht. Hierbei stellte sich heraus, dass verschiedene Hunde noch andersweitig erkrankt waren. In einigen Fällen, wurde eine weitere Operation notwendig. Während der Kastration stellte sich bei einigen Hunden heraus, dass sie an einem Leistenbruch litten. Da die Tiere einmal tief schliefen, wurde die notwendige Operation gleich mitgemacht. Dann am Sonntag klingelte es an der Tür. Der örtliche Hundefänger brachte einen verletzten Hund. Natürlich kümmerte sich in das Ärzteteam sofort um dieses Tier. Es stellte sich heraus, dass dieses Tier grob misshandelt worden ist. Eine größere Operation wurde nötig.

So vergingen die Tage im Flug. Das Team funktionierte immer besser. Kaum noch bedurfte es Organisationsanweisungen. Man arbeitete Hand in Hand. Auch die Helfer kannten nun den Ablauf und konnten entsprechend schnell reagieren. Ehrenamtliche ungarische Helfer kamen um uns zu helfen. Gemeinsam war es so möglich das Kastrationsergebnis täglich zu steigern.

Mittlerweile ist es Montag. Heute sollte der letzte Tag hier im Tierheim Szekesfehervar sein. Ab morgen wird das hier als Team im Tierheim Mohacs arbeiten. Auch hier steht die Kastration von über 60 Tieren auf dem Plan. Noch während die Tierärzte in Szekesfehervar operierten, fuhr Wolfgang nach Mohacs um dort mit den Verantwortlichen den Kastrationablauf in den nächsten Tagen zu planen und zu organisieren. In diesem Tierheim gibt es nicht so gute Voraussetzungen wie in Szekesfehervar. Trotzdem wird das Ärzteteam hier eine Kastrationsaktion erfolgreich durchführen.

Am Montagabend wurde dann ein wenig gefeiert. Alle an dieser Aktion Beteiligten waren stolz auf die geleistete Arbeit. Insgesamt wurden Tierheim Szekesfehervar
123 Tiere davon 20 Katzen kastriert,
1 Amputation und Wundvrsorgung durchgeführt,
1 Augen OPgemacht
sowie 2 Leistenbrüche revidiert.
Das Ziel wurde erreicht.
Am späten Abend fuhren unsere Helfer und die Tierärzte zurück ins Hotel um dort die bisher gelaufene Aktion, sowie die in den nächsten Tagen anstehende Aktion zu besprechen.

Für Wolfgang Stephanow und René Plamper endet die Mitarbeit der Kastrationsaktion an dieser Stelle. Sie fuhhen am nächsten Morgen wieder zurück nach Deutschland.

Das Ärzteteam wird das Tierheim in Mohacs aufsuchen und dort in den nächsten Tagen weitere 66 Hunde und 5 Katzen kastrieren, 3 Augen OPs, sowie einige Zahnsanierungen durchführen.

Vorbereitungen zur Kastrationsaktion in dem Tierheim Mohacs

Und so endete die gemeinschaftliche Kastrations- und Fortbildungsaktion. Vielleicht fragen Sie sich warum keine Bilder der ungarischen Ärzte zu sehen sind. Leider haben wir keine schriftliche Zusage der Teilnehmer zur Veröffentlichung bekommen.

Bleibt uns an dieser Stelle nur eins. Wir möchten uns ganz herzlich bei den Tierärzten bedanken. Nicht vergessen wollen wir die vielen ehrenamtlichen ungarischen Helfer und die Mitarbeiter der beiden Tierheime. Ohne sie wäre die Aktion nicht so gut verlaufen. Vielen Dank an alle Helfer.

Möchten Sie liebe Tierfreunde mehr über die Arbeit dieserTierärzte lesen, dann möchten wir hier gerne auf deren Internetauftritt verweisen. Dort gibt es ausführliche, beeindruckende Berichte über Kastrationsaktionen in anderen Ländern. Informationen finden Sie unter
www. tieraerte-pool.de

Andreas Stellbrink
stellv. Vorsitzender