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Offener Brief an Bürgermeister Stadt Schwetzingen

Offener Brief und Gegendarstellung zu der Berichterstattung von Herrn Oberbürgermeister Dr. Pöltl aus Schwetzigen über seinen Besuch in der Hundefängeranlage/Tötungsanlage in der Partnerstadt Pápa in Ungarn. (hier Bericht 1) und Bericht 2

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Pöltl,
sehr verehrte Leser dieses Berichtes,

wie naiv muss man eigentlich sein, dass man glaubt bei einem angemeldeten Besuch in einer Hundefänger-/Tötungsanlage im EU-Land Ungarn, in diesem Fall speziell die der Stadt Pápa,
das gezeigt zu bekommen was sich hier tagtäglich unter Ausschluss der Öffentlichkeit abspielt. Beim Lesen Ihrer Berichte kann man den Eindruck gewinnen, es handelt sich hier um einen Streichelzoo oder eine gut geführte Hundepension. Zumindest glauben Sie das Herr Dr. Pöltl, aber das ist so nicht richtig. Ihnen und der Delegation aus Schwetzingen und auch dem örtlichen Fernsehen, wurde ein gut vorbereitetes Schmierentheater vorgeführt und scheinbar sind alle darauf hereingefallen. Ich selber arbeite seit über 20 Jahren im Auslandstierschutz in Ungarn und habe in dieser Zeit sehr viel erleben müssen. Gerade was den Tierschutz, den es so gut wie gar nicht in Ungarn gibt, betrifft. Auf die Hundefänger-/Tötungsanlage in Pápa wurde ich schon vor einiger Zeit aufmerksam gemacht da hier beispiellose Grausamkeiten an Hunden bekannt wurden. Gerüchte von alkoholsüchtigen Hundefängern die sich damit rühmen Hundewelpen sofort zu erschlagen gingen durch das ganze Land. Viele Ungarn baten mich um Hilfe, da sie selber nicht weiter wussten. Ich arbeite als Tierschützer mit vielen Städten und Gemeinden in Ungarn eng zusammen. Und auch in einigen Tötungsstationen konnten wir erreichen, dass sich hier die Zustände deutlich verbessern. Und ich merke immer mehr, dass bei vielen Politikern und Bürgermeistern der Wille da ist die unhaltbare Situation dieser grausamen Anlagen zu beenden.

Bei einem angemeldeten Besuch im Jahre 2008 wurde ich genau wie Sie Herr Dr. Pöltl von den Zuständigen der Stadt Pápa in der Hundefängeranlage empfangen und mir wurde wie Ihnen die Anlage regelrecht „vorgeführt“. Da ich viele der 84 Stationen in Ungarn kennen war mir klar, dass man hier versuchte die Tatsachen zu schönen. Bei einem unangemeldeten Besuch im Jahr 2009 bestätigte sich mein Verdacht und ich lernte die alltäglichen Zustände kennen.
Der städtisch angestellte Hundefänger war an diesem Tag stark alkoholisiert. Nachdem ich mich ihm als Tierschützer des Tierschutzprojektes Ungarn und des Europäischen Tier- und Naturschutzes vorstellte, beschimpfte er mich und ich wurde mit Drohungen des Grundstückes verwiesen. Wie gesagt, ich kenne die meisten der 84 staatlich betriebenen Hundefängeranlagen und alle sind randvoll mit Hunden. Aber nicht in Pápa. Doch wo sind diese Tiere Herr Bürgermeister? Alle vermittelt? Sie sagen, dass diese Hunde nur kurze Zeit in der Anlage verweilen. Ja das ist richtig – und danach werden sie getötet! Sie sprechen vom europäischen Standard. Was meinen Sie damit? Bedeutet Standard für Sie einen Hund von einem alkoholisierten Angestellten mit einer Fangschlinge einzufangen, so dass er fast schon erstickt bevor er in einen 2 x 3 m großen Zwinger geworfen wird, der schon mit 3-4 anderen Hunden belegt ist. Oder bedeutet Standard für Sie das Töten mit der Axt oder der Schippe durch den Hundefänger oder alternativ, wie es die Vorschrift ist, mit einem Gift das zur Muskellähmung führt und ein qualvolles, langsames Ende des Tieres zur Folge hat.
Herr Bürgermeister, Sie hätten, bevor Sie diese Stellungnahme geschrieben haben, sich informieren sollen. Ich stelle Ihnen gerne Bildmaterial der Anlage Pápa zur Verfügung auf der eine andere Version Ihrer heilen Welt zu sehen ist. Oder warum sprechen Sie nicht vorher mit Tierschützern die die Anlage kennen und seit Jahren verzweifelt versuchen diesen Lebewesen zu helfen, sonder stempeln diese auch in der Öffentlichkeit noch als Lügner ab. Wo sind denn die Desinfektionswannen am Eingang wenn Sie nicht angemeldet sind? Vielleicht gibt mein Bericht Ihnen zu denken. Herr Bürgermeister an den Händen, die Sie vor Ort geschüttelt haben, klebt Blut – und das wollen Sie nicht gesehen haben?
Für Ihren Bericht in der Schwetzinger Zeitung habe ich mich geschämt, denn damit degradieren Sie engagierte Tierschützer, die seit vielen Jahren ihre Freizeit und ihre Gesundheit diesen Ärmsten der Armen opfern, um etwas zu bewegen. Und ich bitte jeden Leser sich selbst ein Bild über die Situation in der Hundefängeranlage der Schwetzinger Partnerstadt zu machen. Für Informationen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfgang Stephanow